Aufbruch ins Ungewisse

Predigt zu 50 Jahre Bruder Klaus – Diessenhofen

Wir feiern heute einen Menschen, namens Bruder Klaus, Kirchenpatron dieses Gotteshauses. Er ging mit fünfzig nicht zu seinem Chef, einen höheren Lohn einzufordern, sondern er verlässt seine Familie und hinterlässt ihnen den Bauernhof, seine Existenzgrundlage. Bruder Klaus sucht eine Ortsveränderung, kennt aber das Ziel nicht. Er bricht auf in eine ungewisse Zukunft. Er ist auf der Suche, der spirituellen Suche. Eine innere Herzenskraft beflügelt ihn. Ob es Gott ist?

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Ihr seid das Salz der Erde

Predigt in Mariastein am 2. September zu Mt 5,13-16

«Ihr seid das Salz der Erde», dürfen wir uns von Jesus sagen lassen. Dafür müssen wir nichts tun; es ist ein einfacher Aussagesatz, ein Zuspruch Jesu an uns. Es gehört zu unserem Wesen Salz zu sein. Gestaunt habe ich, als mir dies so richtig bewusst wurde. Gerne definieren wir unser Christsein über unser Tun und Wirken. Doch wie seinen Jüngern sagt Jesus auch zu uns «Ihr seid das Salz der Erde». Ganz einfach. Gerne denke ich dabei an die Taufe, die mir auch geschenkt wurde – ohne Vorleistungen.

Doch was heisst Salz sein? Letzthin durfte ich für eine Einladung kochen. Seit einem Jahr haben wir im Kloster zum Mitleben in Rapperswil einen Reiskocher. Der erleichtert dem Koch seine Arbeit sehr. Eine knappe Stunde vor dem Essen gibt man die richtigen Mengen von Wasser, Reis und Salz in den Kocher; stellt das Gerät an und kann zum richtigen Zeitpunkt feinen und vor allem heissen Reis servieren. Der Koch kann sich in Ruhe dem Gemüse und dem Fleisch widmen. Ihr seid das Salz der Erde weiterlesen

Verschleppt, gefördert und erfolgreich

So ergeht es Daniel und seinen Gefährten im Buch Daniel, dessen Anfang ich vom 16. bis zum 31. Januar 2017 bei der Telebibel lesen und kommentieren darf. Im Buch Daniel sind aramäische Einzelerzählungen aus der Zeit ab dem 5. Jahrhundert vor Christus gesammelt. Das hebräische Buch Daniel ist wahrscheinlich um 160 vor Christus in Jerusalem aufgeschrieben worden und schildert die nahöstliche Geschichte um 250 bis 160 vor Christus. Orte, die also auch heute wieder viel zu diskutieren geben. Hier finden sich ab dem 16. Januar die Audiobeiträge.

Aus der Ferne gegrüsst

Das hat man halt, wenn man seine Geschwister auf der ganzen Welt verstreut hat und man trotzdem Dabeisein und Mitreden will. Man musste vor zweitausend Jahre Briefe schreiben – heute kann man das leichter mit E-Mails an mehrere Empfängerinnen. Vom 1. bis zum 15. Dezember laufen meine Beiträge für die Telebibel Zürich. Biblisch starte ich beim 2. Korintherbrief, Kapitel 7. Ach ja, Paulus hat noch eine andere Methode der Kommunikation; er schickt Vertraute in die Gemeinden, die ihm am Herz liegen. Hier geht es zu den Predigten.

Heilige Beziehungskisten

Vom 16.-31. Juli bin ich bei der Telebibel Zürich mit meinen Beiträgen zum Buch Exodus auf dem Weg. Spannend ist es, die Geschichte als Beziehungsringen zu lesen. Da gibt es Gott – als der eifersüchtige Gott – und Mose – der Überfahrene -, das Haus Jakob, Israel, Aaron, … Mal geht es um Nähe, mal um Distanz. Da trägt Gott wie auf Adlerflügel, dann hält er sich selbst die Priester fern. Hier geht es zu den Predigten.

Burkard von Beinwil

Luzern, Jesuitenkirche, 18. Mai 2016, Predigt zur MittWortsMusik

Text 1

Liebe Mitfeiernde

Die Choralschola singt uns Hymnen und Antiphonen zum Hl. Burkard von Beinwil, der vermutlich am 18. Mai 1192 in Beinwil verstorben ist – in dem Jahr also, an dem die Hl. Klara von Assisi geboren wurde. In einem gesellschaftlichen Umbruch mit vielen offenen Fragen war Burkard ein volksnaher und menschenfreundlicher Pfarrer. Er wirkte heilsam in seiner Umgebung.

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Medien für den Glauben fruchtbar machen

Rapperswil, Klosterkirche, Predigt zum Mediensonntag. Liebe Schwestern und Brüder, willkommen zum Gottesdienst am Mediensonntag. Drei Fragen gehen mir am heutigen Tag persönlich besonders durch den Kopf:

  1. Wie gehe ich selber mit Medien um?
  2. Wie mache ich Medien für meinen Glauben fruchtbar?
  3. Wie setzen wir als Kirche Medien für unsere Jesusnachfolge ein?

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Hallo lieber Timotheus

Vom 1. bis zum 15. Februar kann man auf der Telebibel Zürich meine täglich neu erscheinenden Beiträge hören. Dieses Mal wurde mir der zweite Brief an Timotheus zugeteilt. Es ist dies wohl ein fingiertes geistliches Testament, das dem Paulus in die Feder gelegt wird. Dabei stellt sich der Schreiber vor, dass Paulus in Rom sitzt und auf seine Hinrichtung wartet. Was ist dem Apostel wichtig in diesen letzten Tagen vor seinem Tod?

Matthäus auf der Spur

Eben habe ich meine letzte der fünfzehn Radiopredigten für die Telebibel Zürich hochgeladen. Vom 1. bis zum 15. Augst können diese dort abgerufen werden. Dieses Mal ging es vor allem um das Matthäus-Evangelium, Kapitel neun und zehn, sowie um die beiden Psalmen 40 und 64. Mir haben sie Spass gemacht und ich hoffe, damit auch anderen eine Vertiefung schenken zu können.

Worte für die MittWortsMusik

Luzern, Jesuitenkirche, 20. Mai 2015

1. Wort

Liebe Mitfeiernde

Musik und Worte sollen sich heute am Gedenktag des Bernhardin von Siena miteinander verbinden. Gregorianische Gesänge, wie wir sie schon gehört haben, bestehen aus Worten und Musik. Muss ich da wirklich noch etwas sagen? Gut, das vorgetragene Latein werden wohl die wenigsten von uns verstehen und übersetzen können. Darum wage ich einige Worte in Hochdeutsch – gesprochen und nicht gesungen.

Die franziskanische Liturgie in dieser Woche ist sehr vielfältig und stellt einige nachahmenswerte Menschen in den Mittelpunkt. Am Montag feierten wir Kapuziner das Fest von Felix von Cantalice, am Dienstag die Gedenktage von Maria Bernarda Bütler von Auw sowie den Crispin von Viterbo und heute Mittwoch den Bernhardin von Siena.

Bei der Würdigung franziskanischer Heiliger ist zumeist der Start sehr einfach:

  1. Der Heilige oder die Heilige ist vor allem sehr gottverbunden – traditionell wird dies mit fromm ausgedrückt.
  2. Der oder die Heilige ist volksnah – bei Kapuziner-Laien-Brüder ist dies sogar zu betonen. Als Bettler waren sie auf der Strasse und in den Familien bei den Menschen unterwegs.
  3. Je franziskanischer der oder die Heilige, desto mehr ist er oder sie bei den Armen und Ausgestossenen gegenwärtig. Das meint nicht nur solidarisch, sondern präsent vor Ort und selber auch arm und minder; eben eine mindere Schwester oder ein minderer Bruder, wie die korrekte Ordensbezeichnung mit „Ordo fratrum minorum“ vorgibt.

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