Ihr seid das Salz der Erde

Predigt in Mariastein am 2. September zu Mt 5,13-16

«Ihr seid das Salz der Erde», dürfen wir uns von Jesus sagen lassen. Dafür müssen wir nichts tun; es ist ein einfacher Aussagesatz, ein Zuspruch Jesu an uns. Es gehört zu unserem Wesen Salz zu sein. Gestaunt habe ich, als mir dies so richtig bewusst wurde. Gerne definieren wir unser Christsein über unser Tun und Wirken. Doch wie seinen Jüngern sagt Jesus auch zu uns «Ihr seid das Salz der Erde». Ganz einfach. Gerne denke ich dabei an die Taufe, die mir auch geschenkt wurde – ohne Vorleistungen.

Doch was heisst Salz sein? Letzthin durfte ich für eine Einladung kochen. Seit einem Jahr haben wir im Kloster zum Mitleben in Rapperswil einen Reiskocher. Der erleichtert dem Koch seine Arbeit sehr. Eine knappe Stunde vor dem Essen gibt man die richtigen Mengen von Wasser, Reis und Salz in den Kocher; stellt das Gerät an und kann zum richtigen Zeitpunkt feinen und vor allem heissen Reis servieren. Der Koch kann sich in Ruhe dem Gemüse und dem Fleisch widmen. Ihr seid das Salz der Erde weiterlesen

Mit Paulus auf Reisen

Vom 16. bis zum 31. August darf ich mit dem Apostel Paulus sowie Timotheus als auch Silas auf Reisen gehen. Dabei geben mir die Apostelgeschichte 16.-18. die Inspirationen. In der Erzählung des „Lukas“ (?) kommt mir ein anderer Paulus entgegen, als in den sogenannten Paulusbriefen. Irgendwie wirkt er in der Erzählung menschlicher und lebensnäher. Hier können die Beiträge gehört werden. Viel Spass und vor allem Tiefe dabei.

Frisch in Form, ITE 2017/3

In diesen Tagen wird bei uns im Kloster der Ablauf des Essens wenig verändert. Kaum zu glauben, wie viel Unsicherheit (als organisatorische Frage) wie auch Verunsicherung (auf Gefühlsebene) damit ausgelöst wurde. Ich gehe im Moment auf Nadeln. Und ich befürchte, dass selbst das Zurück zur alten Ordnung wiederum Unsicherheit und viel Verunsicherung auslösen würde. Trotzdem hoffe ich, dass das Essen bei uns bald «frisch in Form» daherkommt und alle – inklusive ich – wieder entspannt essen und geniessen können. Ähnliches könnte ich von der neuen Telefonanlage oder vom WLAN erzählen. Neuerungen fordern heraus.

In jüngeren Jahren hätte ich wohl Jesus von Nazareth zitiert: «Neuer Wein gehört in neue Schläuche.» Mag sein. Aber im Alltag und in der Religion scheint mir das nicht der geeignete Weg zu sein. Ich bin Christ und möchte nicht unbedingt eine neue Religion gründen. Ich bin aber bereit, die vorgefundene Religion wieder «frisch in Form» zu bringen. Dabei ist die zweitausendjährige Geschichte meiner Religion eine gute Lehrmeisterin für deren Erneuerung.

Im 12. Jahrhundert, zur Zeit von Klara und Franz von Assisi, wurde wieder deutlich, dass Jesus Christus nicht «nur» Weltenherrscher, sondern echt Mensch wurde, in der Krippe in Fleisch geboren und am Kreuz gestorben. Und Bruder Klaus hat im 15. Jahrhundert gezeigt, dass Religion dem Leben und dem Frieden dienen muss. Die Reformatoren im 16. Jahrhundert und das Zweite Vatikanische Konzil im 20. Jahrhundert entdeckten das Wort Gottes neu − sowie mit der Volkssprache die Tatsache, dass Religion für alle Menschen und nicht nur für wenige Spezialisten Bedeutung hat.

Auch heute erleben Menschen, Kirchen und Religionen Gott wieder neu und müssen so ihren Glauben, ihre Praxis und ihre Organisationsformen kritisch überdenken und «frisch in Form» bringen. Man kann glücklicherweise oft auch feststellen, dass sich frühere Zankäpfel heute erübrigen und alte Fehden inhaltlos geworden sind. Innerhalb der unterschiedlichen christlichen Kirche bemüht sich die Ökumene um Versöhnung unter Kirchen und um gemeinsames Erneuern des Christentums.

Pace e bene

Adrian Müller, Redaktor

Weiter

Sich aufs Gebet setzen

Der Titel ist ja schlicht „Ein Parcours von Bank zu Bank“, vgl. www.civic-city.org/linguas. Auf Bank 15 ist mein Lieblingsgebet von Anton Rotzetter geschrieben; zusammen mit einem Gedicht von Daniela Huwyler. Kommentar auf dem Prospekt:

Ja, die Liebe – auch, die Zeichen! Die Liebe wird auf dieser Bank zweistimmig beschworen, in einem leibhaftig lebendigen und göttlichen Sinn.

André Vladimir Heiz’ ist der Künstler und er kam im Vorfeld einige Male bei mir vorbei und wir suchten nach „Reisen zwischen den Sprachen“. Andere Bänke, die mit mir zusammen entstanden sind, lassen sich in Rapperswil-Jona finden.

Wir atmen die gemeinsame Luft

Nein, es ist dies nicht eine moderne Erkenntnis. Schon im biblischen Buch der Weisheit, wird diese Tatsache festgestellt. Aber es bleibt nicht bei der Formulierung, sondern diese unsere Wirklichkeit prägt unser Leben. Näheres dazu in den Telebibel-Predigten, die ich vom 1. bis 15. Mai 2017 spreche Hier geht es zu den Predigten.
Von 16. bis zum 31. August 2017 werde ich mit der Apostelgeschichte auf dem Weg sein.

Friede

Friede ist stets in Gott, denn Gott ist der Friede, und Friede kann nicht zerstört werden, Unfriede aber wird zerstört (Niklaus von Flüe).

Diese Sichtweise gefällt mir sehr und gibt Hoffnung – das besonders in der Woche vor dem Karfreitag, wie auch in einer Welt, die zur Zeit ziemlich vom Unfrieden geprägt zu sein scheint.